Vor einigen Monaten erreichte uns eine interessante Aufgabe, über die wir euch heute berichten dürfen:
Es galt, ein Haus zu entwickeln, in dem mindestens zwei Personen wohnen können – nun, soweit nichts Ungewöhnliches. Wäre da nicht eine Bedingung: „Maximal 60 Quadratmeter Netto-Raumfläche für das Haus, energieeffizient, architektonisch und technisch Oberklasse“ – so die Vorgabe.
Nun ist es einfach(er), größere Häuser zu planen – schlichtweg deshalb, weil bei größerer Fläche weniger Kompromisse eingegangen werden müssen. Und selbstredend ist es einfacher, ein angenehmes Raumgefühl gepaart mit unterschiedlichen Funktionsebenen zu erzeugen, wenn einem nur wenige Grenzen gesetzt sind. Darüber hinaus funktionieren bewährte Lösungen im kleinen Maßstab nicht oder nur suboptimal – beispielsweise lässt sich eine Wärmepumpe, die grundsätzlich dafür ausgelegt ist, die zwei- bis dreifache Fläche zu beheizen, nicht sinnvoll in ein kompaktes Haus integrieren, zumal jeder Quadratmeter zählt.
Was also erstmal nach einem architektonischen Alptraum klingt, hat uns motiviert, lebhafte Diskussionen entfacht und verschiedenste Entwürfe hervorgebracht – eine echte Herausforderung eben.
Inspiration fanden wir in den japanischen „Machiya“ (traditionelle hölzerne Stadthäuser in Japan), welche trotz schmaler Bauweise multifunktionale Räumlichkeiten mit cleveren Laufwegen und effizienter Raumnutzung verbinden. In Fusion mit moderner europäischer Architektur konnten wir Räume erschaffen, die uns sowohl in funktionaler als auch ästhetischer Hinsicht voll überzeugen.
Ein Blick auf den Grundriss zeigt die Trennung zwischen privaten und öffentlichen Flächen, die über zwei Korridore miteinander verbunden sind. Trotz der relativ kleinen Grundfläche finden sich dabei aber genügend Rückzugsorte für zwei Personen; dabei sind einzelne Bereiche stets durch Schiebetüren trennbar.
Der erste Bereich ist der Ess- und Wohnbereich, welcher dank eines Sitzfensters zum Verweilen einlädt und zugleich durch die großzügig bemessenen Schiebetüren in den wärmeren Monaten fast nahtlos um die ca. 25 qm große Südterrasse erweitert werden kann.
Bewusst wurde die Küche vom Ess-/Wohnbereich separiert, damit die Nutzung dieser Fläche als Home-Office sowie als Ort der sozialen Interaktion nicht durch Gerüche, Lärm und Geschirr beeinträchtigt wird. Darüber hinaus schafft die in einer Nische platzierte Küche einen weiteren, optional abtrennbaren Bereich; so wirkt das Haus insgesamt weitaus facettenreicher, als es bei dieser Grundfläche üblicherweise zu erwarten wäre.
Abtrennbar durch eine Schiebetür befindet sich – ebenfalls verbunden über zwei Korridore – das Schlafzimmer auf Ostseite des Bungalows. Es vereint Stauraum mit Arbeitsfläche und nicht zuletzt natürlich Schlaf- und Verweilmöglichkeiten. Damit die Kombination dieser vier Funktionen den bestehenden Raum nicht überfordert, ist der großzügige Einbauschrank in dezenten Grautönen gehalten; und auch der Arbeitsplatz bietet durch sein halboffenes Separee ausreichend Privatsphäre ohne den Raum zu sehr einzuengen. Die durchdachte Nutzung von Holzelementen schafft einen behaglichen Kontrast zu den ruhigen Flächen in Weiß/Grau.
Darüber hinaus schafft der dezent gehaltene Einbauschrank großzügige Stauräume ohne den Raum zu beengen. Ergänzt wird dieser Bereich schließlich durch das Home-Office-Séparée, welches platzsparend und funktional ausreichend Raum für einen Arbeitsplatz bietet. Auf der gegenüberliegenden Seite des Schlafzimmers bieten bodentiefe Schiebetüren viel Licht und einen direkten Austritt in den Garten.
Abgerundet wird das Gesamtpaket durch ein Tageslichtbad (via Dachfenster) mit Regenfalldusche. Darüber hinaus bietet der Technikraum genügend Platz für eine Waschmaschine und einen Trockner.
Euch hat unser Kompakthaus gefallen? Dann schaut doch auf Instagram vorbei und schreibt uns, falls ihr etwas anders machen würdet oder auch ein Kompakthaus haben möchtet!
Es gibt einen Haustyp, der auch für erfahrene Planer immer wieder eine spannende Herausforderung darstellt und – wie wir finden – seinen eigenen Artikel verdient hat:
Der Bungalow.
Aber was macht einen Bungalow eigentlich aus? Ganz einfach: Ein Geschoss. Und zwar nur ein Geschoss. Das ist dem Grunde nach die einzige Beschränkung, jedenfalls, wenn man sich an der Herkunft des Wortes orientiert. Dieses stammt nämlich von „bangalo“ (aus der nordwestindischen Sprache Gujarati ) ab, was so viel wie „Haus im Stile der Bengalen“ bedeutet und sich auf die dort typisch eingeschossige Bauweise bezieht.
Von dort aus verbreitete sich der architektonische Exportschlager in der ganzen Welt und fand auch in Deutschland Beachtung, wobei das berühmteste Exponat der sog. „Kanzlerbungalow“ in Bonn sein dürfte, der mit seinen ca. tausend Quadratmetern Wohnfläche von 1964 bis 1999 den deutschen Bundeskanzlern zur Verfügung stand.
Natürlich muss man aber nicht Bundeskanzler sein, um in den Genuss eines solchen Bauwerks zu kommen – die üblichen Bungalows bewegen sich zwischen 50-250 qm Wohnfläche und dienen unterschiedlichen Zwecken. Ob als Erstwohnsitz, Ferien- oder Wochenendhaus – Form und Funktion auf einer Etage zu vereinen bleibt eine kreative Herausforderung, bei der die Wünsche und Anforderungen der zukünftigen Bewohner nicht außer Acht gelassen werden dürfen.
Als Beispiele für – wie wir finden – gelungene Bungalows haben wir uns zwei Objekte ausgesucht, die wir in der Vergangenheit planen durften:
Als erstes dürfen wir einen mittelgroßen Bungalow mit ca. 130 qm Wohnfläche präsentieren, der dank seiner großzügigen gen Süd ausgerichteten Glasflächen geradezu von Licht durchflutet wird und einen beinahe nahtlosen Übergang zum großzügigen Garten-/Spabereich bietet.
Dabei bilden Wohn- sowie Koch-/Essbereich eine verbundene Einheit, deren jeweils individueller Charakter dank versetzter Anordnung erhalten bleibt.
Kernstück und kommunikatives Bindeglied zwischen Wohn- und Esszimmer ist die markante Küche, die durch geschickte Akzentuierung mithilfe von verschiedenen Brauntönen, Strukturen und Materialien den Spagat zwischen Rustikalität und Eleganz gekonnt meistert. Die firstoffene Bauweise unterstreicht dabei den offenen Charakter verleiht dem Bungalow ein besonders extravagantes Flair.
Bei aller Offenheit werden aber auch ausreichend Rückzugsorte geboten:
So schaffen das Schlafzimmer mit Tageslichtbad und Ankleide en Suite eine entkoppelte Einheit, die Entspannung und Erholung bei Bedarf verspricht. Doch auch das westlich gelegene Büro ermöglicht volle Konzentration und Tageslicht bis in die späten Nachmittagsstunden.
Alles in allem überzeugt uns dieser Bungalow auf ganzer Linie – euch auch? Schaut auf Instagram und sagt uns, was euch gefällt bzw. was ihr anders machen würdet!
Als zweiten Bungalow dürfen wir euch ein etwas kleineres (ca. 93 qm) aber dafür außergewöhnlicheres Projekt vorstellen:
Ziel dieses Bungalows war es, ein einzigartiges Bauwerk zu schaffen, welches als Rückzugsort inmitten der Natur fungiert. Materialien und Form vereinen modernen Stil mit Naturverbundenheit – offen und geschützt zugleich.
Der Eingangsbereich sowie Flur sind auf das Wesentliche reduziert; eine Nische bietet Platz für die intelligente Mitnutzung des Flurs als Küchenzeile.
Doch auch der Ess- und Wohnbereich überzeugt mit clever integrierten Stauräumen sowie direktem Zugang zum geschützten Innenhof. Dabei bieten das Sitzfenster sowie die zahlreichen Fensterflächen einen spektakulären Blick auf die umliegende Natur.
Summa summarum überzeugt uns dieser Bungalow durch seine Natürlichkeit und Behaglichkeit – wer würde nicht gerne inmitten der winterlichen Natur am Sitzfenster ein gutes Buch lesen, während der Kamin friedlich vor sich hinknistert...ihr auch? Dann planen wir auch gerne deinen Bungalow – schreib uns per Mail oder auf Instagram!